Nablus – die ungekrönte Königin Palästinas – ist berühmt für ihre türkischen Bäder, traditionelle Süßigkeiten und ihre Olivenölseife. Die Tradition der Herstellung und Verwendung von Olivenölseife ist tief in der palästinensischen Kultur und insbesondere in Nablus verwurzelt.

Vor 1948 gab es allein in Nablus 43 Seifenfabriken, heute sind es nur noch drei aktive Fabriken, die dieses Handwerk und diese Tradition bewahren.

Eine der wichtigsten Seifenfabriken in Nablus ist die Nabulsi Soap Factory, die in der berühmten Altstadt von Nablus ihren Standort hat. Die Fabrik, die noch heute im Einsatz ist, ist schätzungsweise mehr als 800 Jahre alt. Das Olivenöl wurde in der Fabrik selbst gelagert, in riesigen unterirdischen Brunnen.

So wird die Seife hergestellt:

Das Olivenöl wird mit dem Rest der Zutaten in einem „Kochtopf“ gemischt. Der Topf besteht aus Stein, und sein Mindestdurchmesser beträgt 3 Meter. Alle Bestandteile werden erhitzt und miteinander vermischt. Sobald die Mischung abgeschlossen ist (von einem Spezialisten getestet – der üblicherweise „der Chef“ genannt wird), wird sie zur Abkühlung auf ein dünnes Papier – Wachspapier – ausgebreitet. Die Seife wird dann abgemessen, gestanzt und geschnitten.

Nachdem die Seifenstücke vollständig abgekühlt sind, werden sie zu einem Turm gestapelt – diese gesamte Konstruktion wird Tanoor genannt. Dieser Tanoor soll dann 2 – 3 Monate „atmen“, bevor die Seife verpackt wird.

Ps. Ein besonderer Dank an Familie Nabulsi, dass sie uns empfangen und uns dies gezeigt hat.